Sujet 2019

Be eus ide Chaos-Kneipe uf hölzige Bänk,
verzellt mer sech Seemannsgschechte zu schüümende Getränk.
Met jedem Getränk werded die Gschechte welder,
genau wie die alte Abentür, festghalte uf Belder.
Chom au du i eusi Kneipe eis cho bstelle,
d Chaos-Hafe-Troppe hed no vell zverzelle.

Aus dem Leben des Käpt’n Mas Becha

Man fragt mich oft, wie es früher war. Dann antworte ich: Früher gab es von allem viel mehr. Ja, es gab Inseln, helle Leuchten, nicht so helle Leuchten, geheimnisvolle Lieferungen aus dem Orient, verschollene Leuchttürme – überspült von den Wellen, versunken im ewigen Ozean.
Denn die Meere steigen immer höher, sehr langsam, aber unerbittlich, bis eines Tages unser ganzer Planet von Wasser bedeckt sein wird – nicht umsonst steht mein Haus auf einer hohen Klippe oben bei der roten Burg. Von den Abenteuern, die ich auf meinen Reisen erlebt habe, will ich erzählen, und von den Wesen und Wundern, die mit ihnen versunken sind.

Ich müsste lügen (und es ist ja hinlänglich bekannt, dass das nicht meiner Natur entspricht), wenn ich behaupten würde, meine ersten zweiunddreissig Jahre wären ereignislos verlaufen.
Ich sage nur: Chinesisch Neujahr, Costa Rica, Zeugungsschmerzen, rote Laternen, Portraits von zwielichtigen Gestalten, Mittagessenkochen, ewige Liebe, Rettungen in allerletzter Sekunde.

Denke ich an diese Zeiten zurück, übermannt mich die Wehmut. Aber die Uhr des Lebens lässt sich nicht zurückdrehen. Das ist bedauerlich, aber gerecht. So folgt jetzt, wie es sich gehört, der Frühling auf den Winter. Die Sonne, noch kalt wie der Mond, sinkt in den eisgrauen Ozean, und der Wind riecht nach Schnee. Da ist auch noch ein anderer Geruch in der Luft. Souhond. Nein, der Geruch von Feuern, die in der Ferne brennen, mit einem Hauch Zimt darin. Und Chili. Bläh. So riecht das Abenteuer!
Früher bin ich diesem Geruch immer gefolgt, aber heute habe ich Wichtigeres zu tun: Meine Lebenserinnerungen müssen der Nachwelt erhalten werden. Die ersten Frostgespenster strecken ihre klammen Finger durch die Dielen meiner Kajüte und greifen nach meinen Füssen. Unsichtbare Eishexen malen Schneeblumen auf die Fenster. Nicht gerade meine bevorzugte Jahreszeit, aber genau der richtige Anlass, eine Kanne heissen Tee zu kochen (mit einem winzigen Schuss Zwätschge), dreizehneinhalb gestopfte Pfeifen, dreizehneinhalb Marmeladenbrote und dreizehneinhalb gespitzte Bleistifte bereit zulegen und zu beginnen, meine ersten zweiunddreissig Jahre niederzuschreiben. Ein kühnes, kräftezehrendes Unterfangen von epischem Ausmass, wie ich befürchte. Denn, wie schon gesagt: Damals gab es von allem viel mehr – natürlich auch mehr Abenteuer.

Euer Käpt’n Mas Becha

Chaostroppe 2019

GV 2018

An der GV 2018 (29.04.2018, Restaurant Ochsen, Rothenburg) wurden einige Änderungen beschlossen. Hier ein kurzer Auszug aus den Beschlüssen.

René Hischier tritt von seinem Amt (Bastelchef) zurück und somit aus dem Vorstand aus. Sabrina Diehl übernimmt neu den kreativen Teil der Aufgaben des Bastelchefs. Die Verantwortung der technischen Umsetzung obliegt Christof Kappeler.

Weiter wurde Chantal Maritz als Anwärterin aufgenommen. Fränzu, wir wünschen dir viel Spass in unserem Verein und ein erfolgreiches Anwärter-Jahr.

Sujet 2018

Well d Gmeind meh Stüürgälder mues itriibe,
chönd mer ned länger in Ämme blibe.
Bi Mondschiin dönd mer id Wälder flöchte
ond brönnid starchi Schnäps us Fröchte.
Die send scharf ond möchid blind, üsi War esch nüd för chlini chend!

Am 20. Dezember 2017 war es soweit. An diesem Tag trat der 18. Zusatz zur Emmer Gemeindeverfassung in Kraft. Dieser sollte kein geringeres Ziel erreichen, als eine ganze Gemeinde auszunüchtern. Nur 7 Wochen später war das Experiment allerdings gescheitert. Statt aus einem Volk von mutmasslichen Trinkern eine Gemeinde von Abstinenzlern zu schaffen, hatte die sogenannte “Prohibition” eine florierende Schattenindustrie ins Leben gerufen. Die von skrupellosen Gangster-Netzwerken dominiert wurde und Mafiaikonen wie Al Born hervorbrachte.

Dennoch, für manch einen war es sein Sargnagel. Viele Menschen verloren ihren Job und anstatt sich einen neuen zu suchen, betrieben sie ihren alten Job illegal weiter, was enorme Steuereinbussen für den Staat bedeutete. Die Korruption blühte (sogar Polizisten waren heimlich im Alkoholgeschäft tätig).

Beschaffung, Transport und Verkauf von Hochprozentigem lagen nun in den Händen krimineller Gangs, denen gegenüber der Staat so gut wie machtlos war.